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  Piko-Hobby Eas
 
12.2.2011

Testbericht Piko Eas

Ich habe kürzlich einen offenen Güterwagen der Gattung Eas von Piko mit der Artikelnummer 57750 erstanden. Nun möchte ich dieses Modell aus dem Hobbysortiment kurz vorstellen und beschreiben.

Als erstes zum Vorbild.
Die Fahrzeuge der Gattung Eaos und ähnliche gehören zu den so genannten UIC-Standardwagen. Daher sind diese vierachsigen offenen Güterwagen überall in Europa anzutreffen. Sie bilden eine wichtige Stütze für Güter aller Art: Schrott oder Schüttgüter wie Kohle, außerdem regenempfindliche Stoffe, dann mit einer Plane, können in ihnen transportiert werden. Das beweist auch die Stückzahl, die bei der Deutschen Bahn AG bei etwa einigen tausend liegt.

Inhalt des Testberichts:

1. Optisches
2. Technisches
3. Fazit


Nun zum Modell.

Das Modell basiert auf einer etwas anderen Bauart (erkennbar an den oben und unten abgeschrägten Wänden und den drei statt zwei Türen je Seite). Es stellt nämlich jenen ähnlichen Wagen dar, der zwischen 1956 und 1968 gebaut wurde. Allerdings wurden diese Wagen ab 1976 modernisiert und dem UIC-Standardwagen angepasst, so dass sie in dieser Form heute in Deutschland nicht mehr fahren; in anderen Ländern Europas sind sie (natürlich mit anderen Beschriftungen) immer noch im Einsatz. Da jedoch das Modell ein deutsches Fahrzeug in der Epoche V darstellt, ist dies nicht realistisch. Dafür ist der Wagen eben aber auch ein Hobbymodell.





1. Optisches


Das Modell trägt die Betriebsnummer 11 80 542 0 719-6 und gehört der Gattung Eas 073 an.
Als Revisionsdatum ist der 02.03.04 angegeben.

1.1 Beschriftungen

Die Beschriftungen sind scharf, allerdings ist das „E“ von „Eas“ etwas verzogen, was sicherlich auch an den schrägen Wänden liegt. Außer dem blauen Quadrat der Railionaufschrift sind die Schriftfelder einfarbig in weiß gehalten. Der Wagenkasten wurde an den Seiten beschriftet, Stirnseiten und Drehgestelle sind unbedruckt.



Die einfarbigen Beschriftungen sind scharf.

1.2 Detaillierung

Am Wagen befinden sich einige Teile, die allesamt durchbrochen sind, ebenso die Drehgestelle. Die Handstangen sind angespritzt. Ansonsten gibt es einige kleinere Teile, die aber mit Ausnahme der Puffer angespritzt sind. Die runden Puffer sind nur eingeklipst und dadurch ein wenig wacklig.
Man hat ein Handrad weggelassen, was für den annähernden Eas eigentlich positiv ist, nur fallen jetzt die leeren Bohrungen am Rahmen ins Auge.
Der Holzboden der Ladefläche ist gemasert und glücklicherweise nicht in Rot, sondern in einem Graubraun gehalten. Dabei fallen bei sehr genauem Hinsehen kleine Gratreste an den Rändern auf.



Bei dieser Belichtung erkennt man viele Details.



Der Holzfußboden ist gemasert.



Die Drehgestelle.


2. Technisches

Der Wagen hat vier spitzengelagerte Radsätze mit einem Radscheibendurchmesser von 11,3 mm. Außerdem besitzt der Wagen einen kurzkupplungsgeführten Kupplungsschacht nach der Norm NEM 362, ermöglicht also auch ein Puffer-an-Puffer-fahren.

2.1 Laufeigenschaften

Der Wagen rollt ungeschmiert sehr leicht. Er hat außerdem einen ruhigen Lauf, da im Boden eine Metallplatte integriert ist, die den Wagen auf ein Gewicht von etwa 85 g bringt.
Mit den original Piko-AC-Radsätzen gab es auf M-Gleisen keine Probleme: Bei Testfahrten über die ganze Anlage entgleiste er kein einziges Mal. Allerdings war das Tauschen der Achsen nicht ganz so leicht, man musste die Lager recht weit aufbiegen.
Auch im Radius von 360 mm, der empfohlene Mindestradius beträgt 358 mm, rollte der Wagen äußerst leicht.


3. Fazit

Für ca. 15 € erhält man einen soliden Wagen mit guter Verarbeitung, der optisch ansprechend ist, auch wenn er nicht wirklich vorbildlich ist.
Der Preis ist nach meinem Geschmack etwas zu hoch, aber auch noch im Rahmen.
Der Wagen ist sicherlich gut als Einsteigermodell geeignet, da er auf den ersten Blick das Vorbild wiedergibt und einige Details besitzt. Außerdem bietet er eine gute Grundlage für Umlackierungen: Solche Wagen sind in braun lackiert in osteuropäischen Ländern und gelegentlich auch in unseren Gefilden noch anzutreffen. Bei nicht ganz so streng-vorbildgetreuen Modellbahnern könnte er auch so auf der Anlage eingesetzt werden. Gerade für solche Modellbahner könnte der Wagen – auch wegen des Preises – eine Alternative zu den anderen Fabrikaten sein.

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