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  Piko Eurorunner ER 20
 
Testbericht Piko ER 20

► Optik

► Technik
► Wartung
► Fazit


Der Eurorunner ER 20 von Siemens ist bei der Firma Piko im Hobbysortiment vertreten.
Ich besitze ein Exemplar der MRCE Dispolok in Schwarz, in der Wechselstromausführung mit der Artikelnummer 57395.
Diese Lok möchte ich nun in einem Testbericht vorstellen und zeigen, dass sie nicht dem typischen Bild einer Hobbylok, oder, wie manche sagen, einer Spielzeuglok, entspricht. Dass dies sicher nichts neues sein wird, ist mir klar; ich möchte aber etwas mehr auf Details eingehen.


Zuerst aber ein paar Bilder.

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Optik der Lok


Die Form

Das Gehäuse der Lok besteht aus Kunststoff. Sofort fallen zwei Dinge auf:
Der Plastikglanz, den man von früheren Hobbyloks Pikos kannte, ist nicht da. Die Lok ist mattschwarz.
Die Beschriftung ist vollständig und sehr sauber gedruckt.

Das Dach der Lok wurde sehr gut umgesetzt: Die silbernen Teile und die Hörner sind separat eingesetzte Teile, wobei das große, runde Lüftergitter sogar durchbrochen ausgeführt worden ist und so und einen sehr plastischen Eindruck macht. Die Hörner sind vorbildgerecht nach hinten gerichtet. Die schrägen Stege neben dem silbernen Kasten sind außerdem „löchrig“ und nicht nur leicht angraviert. Für die seitlichen Lüftergitter gilt dies zwar, doch wirken sie recht gut. Formtrennkanten sucht man übrigens vergebens.

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Die Griffstangen an der Lok sind nur angegossen. An den Türen stört dies nicht; es fällt kaum auf. Die Griffstangenflächen am Führerstand sind dann doch ein wenig auffälliger – aber es handelt sich eben um eine Hobbylok.
Die Drehgestellblenden sind sehr plastisch ausgeführt. Das ist nicht immer so, gerade bei günstigen Modellen sucht man oft vergeblich die Tiefe in den Teilen.

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Die Rangiertritte an der Front sind in der Realität rechteckig. Im Modell sind sie an der Innenseite abgeschrägt, das ist konstruktionsbedingt. Dafür sind sie geriffelt und jene an den Seitenschürzen sehr fein ausgeführt. Die Aufstiege zu den Führerständen sind durchbrochen und auf der Oberseite ebenfalls geriffelt.
Einzig die Form der Pufferteller ist etwas seltsam.
Sämtliche Scheiben sind bündig eingesetzt, der Scheibenwischer ist auf der Frontscheibe angespritzt. Allerdings wirkt er sehr gut, da er schwarz gefärbt ist.

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Lackierung und Beschriftung

Sehr erfreulich ist, dass fast alle Teile lackiert sind. Selbst die silbernen Dachteile und die beigen Führerstände sind farbig gespritzt. Eine matte Lok sieht doch besser aus als eine plastikglänzende.
Die Drehgestelle und die Schienenräumer sind die einzigen nicht lackierten Teile, es fällt auch auf; diesen Fehler hätte Piko vermeiden können. Aber ansonsten wurden Lackierung und Beschriftung scharf, mehrfarbig und vorbildgetreu wiedergegeben. Selbst der Gerätekasten unter der Lok hat Warnschilder erhalten.
Die Lok (ER 20 - 009) ist mit 12-stelliger NVR-Nummer beschriftet; auch die schwarze Lackierung und das Untersuchungsdatum weisen sie als der Epoche VI zugehörig aus. Die vollständige Nummer lautet: 92 80 1223 009-2 D-DISPO.
Die Räder der Lok wurden mit silbernen Bremsscheiben bedruckt, was die Lok sehr aufwertet im Vergleich zu den blanken Rädern der ersten Piko-Hobby-Serien.

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Gerade was die Beschriftung angeht, ließ sich leider aus der Kamera nicht mehr herausholen. An der Lok kann man selbst die kleinsten Schriften noch lesen.


Die Technik

Antrieb

Die Lok ist so aufgebaut, wie man es von Pikos Hobbyloks kennt: Ein Mittelmotor treibt über Kardanwellen alle Achsen der Lok an; das Getriebe besteht komplett aus Kunststoff. Die Platine mit der Decoderschnittstelle sitzt über dem Motor in der Mitte. Das Ganze lagert in einem massiven (übrigens ebenfalls lackierten) Metallrahmen.

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Durch den modernen Uhlenbrockdecoder sind die analogen Fahreigenschaften selbst ohne Schwungmasse wirklich gut, trotz der langen Übersetzung (die Modellgeschwindigkeit reicht über 200 km/h hinaus). Was allerdings Probleme macht, sind Verschmutzungen im Gleis; die Lok steht dann wie angenagelt.
Die zwei Haftreifen, die diagonal auf den äußeren Achsen der Lok angebracht sind, und das Gewicht von fast 450 Gramm verhelfen ihr zu ausreichend Zugkraft. Im Kasten unter der Lok wäre sogar noch Platz für zusätzliche Gewichte.
Die Achsen sind aus Kunststoff, die Radscheiben aus Metall. Dies kann dazu führen, dass sich die Radscheiben lösen und verschieben lassen … Man kennt das Problem ja von Märklins Hobbyloks.

Beleuchtung

Die Beleuchtung wird mittels Glühbirnen realisiert. Sie sind unter dem Führerstand angeordnet und verteilen das Licht über Lichtleiter. Hier sollte man über einen Umbau auf LEDs nachdenken, da das Ganze nicht wirklich hell wird.
Ein Rücklicht ist nicht vorhanden. Die roten Punkte sind in Wahrheit kleine rote Kunststoffstangen. Hier sind sie zu sehen:

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Wenn man ein Schlusslicht einbauen will, kann man sie einfach hinausdrücken und ein passendes, durchsichtiges Stück Kunststoff einsetzen. Hier hat Piko wirklich ordentlich gearbeitet.

Kupplung

Die Lok hat Kupplungsschächte für verschiedene Kupplungsköpfe. Allerdings sind sie zu weit hinten angebracht. Mit Bügelkupplungen führt dies zu kürzeren Kuppelabständen; mit Kurzkupplungen zu Problemen. Daher muss man hier bastlerisch eingreifen; das Vorgehen beschreibt Piko auf seiner Internetseite (erster Eintrag), man kann die Befestigung allerdings auch einfach abschrauben.


Wartung

Zum Öffnen muss man den Gerätekasten in der Mitte abnehmen; er ist mit Rastnasen befestigt. Dann wird eine Schraube gelöst und das Gehäuse lässt sich einfach nach oben abnehmen.
Die Haftreifen zu wechseln, wird schwieriger. Dazu muss die Drehgestellabdeckung vorsichtig aufgehebelt und eventuell sogar der Schleifer abgelötet werden. Außerdem ist es schwierig, die Abdeckung danach wieder aufzusetzen, da dauernd die Kardanwelle aus den Buchsen fällt. Die Glühbirnen müsste man auch mit dem Lötkolben tauschen.



Fazit

Der Eurorunner zählt bestimmt zu den besseren Konstruktionen der Hobbyserie: Der Detaillierungsstand ist gestiegen, die Technik ordentlicher aufgebaut. Die Lok hat – vor allem im optischen Bereich – viel von „vollwertigen“ Modellen. Der Antrieb ist vereinfacht, aber dennoch sind die Fahreigenschaften gut.
Märklin verpasste seinem Eurorunner Glubschaugenscheinwerfer, ein zu kurzes Fahrwerk der BR 185 mit falschen Drehgestellen und einen Einfachdecoder, den man nicht einfach aus der Schnittstelle ziehen kann. In diesen Punkten liegt das Pikomodell (bei kleinerem Preis) vorn, wie auch in vielen optischen Details (Dach, Stufen, ...).
Die Schwungmasse fehlt jedoch in der Pikolok, die Beleuchtung wird bei Märklin über LEDs realisiert (allerdings gelbe); das spricht wieder für die Märklinlok. Märklins Lok hat dann wieder einen riesigen Kuppelabstand; bei Piko muss man dafür etwas basteln.

Vor dem Hintergrund des niedrigeren Preises der Pikolok (etwa 90 gegenüber 120 €) muss jeder für sich entscheiden, welches Modell besser gefällt.
Ich jedenfalls bin mit der Lok sehr zufrieden.



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