Umbau Brawa Ferkeltaxe BR 772
Diesmal gibt es den Umbau einer Brawa-Ferkeltaxen-Garnitur. Die hatte ich günstig im Bastlerzustand geschossen: defekte Kupplung und Kleberflecken auf den Dächern. Na dann, frisch ans Werk!Wer das Modell nicht kennt: eine schöne Vorstellung gibt es beim Bahnwahn: www.bahnwahn.de/steckbrief/brdr172007-7
Erste Aufgabe: Umbau auf AC. Die Befestigung des Schleifers ist bereits vorgesehen, das ist also unkompliziert. Alten Märklin-Schleifer dran. Und natürlich die Verkabelung ändern. Zum Ausbau der Hauptplatine muss man das Modell ziemlich weit zerlegen, da die Platine zwischen der schwarzen Unterbodenimitation und dem Chassis sitzt. Außerdem muss man dazu die Radsätze abbauen. Beim Ändern an der Platine geht es dann eng zu: nicht überall ist in der Höhe Platz, um Kabel anzulöten.



Erste Fahrt!

Ost-West-Vergleich.

Erstes Problem ... Die Achslagerimitationen hängen so tief, dass sie an den hohen Weichen-Pukos hängen bleiben. Zweites Problem: Der Triebwagen hat keine Haftreifen, er kommt zusammen mit dem Beiwagen meine Steigung nicht hinauf. Also erstmal wieder zerlegen und Pläne schmieden.
Meine Idee: die Räder tauschen! Eine leicht größere Sorte verwenden (11 mm statt 10,4 mm) und eines mit einem Haftreifen versehen. Nur wie? Die Achsen der Radsätze haben den exotischen Durchmesser 1,2 mm, dafür gibt's keine passenden Räder. Also selber bauen! Der Gedanke war, eine kleine Distanzhülse zu verwenden. Ich besorgte Messingrohr mit 1mm Innendurchmesser und 2mm Außendurchmesser. Davon wurden kurze Stücke abgesägt und dann mit einem 1,2 mm Bohrer aufgeweitet. Da die Hülse dann aber auf der Achse nicht hält, wurde es so gemacht: Aufbohren auf 1,1 mm, und dann beidseitig ein Stück weit auf 1,2 mm aufweiten, aber nicht auf der ganzen Länge. So gibt es einen kleinen Teil der Hülse, wo sich das Material verpressen kann. Offen gestanden war dazu "Try and error" nötig, um einerseits die Räder noch aufpressen zu können ohne die dünnen Achsen zu verbiegen, und andererseits einen festen Sitz der Räder hinzubekommen.
Ausgangsmaterial der Räder waren Radsätze von Thomschke, die haben einen festen Sitz auf der Achse und eine hervorragende Qualität. Die "Rohmaterialgewinnung" geht so:

Ein Rad wurde sehr unprofessionell (aber funktionierend!) mit einer Haftreifennut versehen:

Der Umbaukit sieht dann so aus, oben rechts die Brawa-Original-Radscheiben:

Fertiger Radsatz:

Ein oder zwei Radscheiben habe ich dabei durch schiefes Aufziehen verhunzt. Aber am Ende hatte ich 4 Radsätze für das VT+VS-Gespann. Der Rundlauf der Räder ist "ausreichend".
Nächste Baustelle: wie stelle ich eine Kabelverbindung zum Steuerwagen her? Die originale Kupplung ist nur zweipolig, und ist außerdem defekt. Als Ersatz verwendete ich eine starre, stromführende Kupplung aus dem Märklin-Rheingold-Set 4228. Sie ist etwas kürzer als die üblichen Kuppelstangen, und der engere Abstand steht der Garnitur gut. Es ist aber ziemlich schwierig, unter dem Fahrzeug irgendwelche Kabel anzubringen, oder überhaupt erstmal Kabel von der Platine nach unten raus zu fädeln - quasi überall sind die Platine und das Metallchassis im Weg. Letztlich habe ich eine Steckdose, angeschlossen mit Kupferlackdraht, von unten an der Platine befestigt. Die dünnen Drähte reichen, da nur ein paar LEDs versorgt werden müssen. Da die LEDs direkt vom Decoder des Triebwagens versorgt werden, habe ich schon im Motorwagen Widerstände mit 150 Ohm verbaut, und somit die Leitungen "abgesichert": Wenn das Kabel zwischen den Einheiten versagt und die Schienen berührt, begrenzen die Widerstände den Strom so, dass die Ausgänge des Decoders nicht beschädigt werden können.

Die Stecker sind so belegt, dass außen die Lichtausgänge für Vorwärts und Rückwärts sind, und in der Mitte der Rückleiter (Decoderplus). So kann auch ein verdrehtes Einstecken keinen Kurzschluss verursachen, weil der Rückleiter immer in der Mitte ist. Und durch die Steckmöglichkeit ist es weiterhin möglich, den Triebwagen ohne Beiwagen solo zu fahren.
Auf dem Bild sieht man auch, wie ich die Achsen befestigt habe. Die originale Befestigung ist eine winzige Kunststoffplatte, die nur durch 4 winzige Pins am Chassis gehalten werden. Die Pins sind nur gesteckt, haben keine Rastnasen. Ergebnis: die Plättchen fallen dauernd ab und Radsätze fallen heraus. Das stelle man sich mal während der Fahrt vor ... Meine Umsetzung mit den Blechteilen ist haltbar. :-)
Dann wurde noch eine Innenbeleuchtung vorgesehen - weiter oben ist die gebastelte Platine zu sehen.
Dann die Dächer neu lackieren - die Kleberflecken waren ja hässlich. Festgestellt, dass das Hellgrau kein Lichtgrau ist, sondern "irgendwas anderes", also ein bisschen gemischt, bis es passte. Vorher-Bild:

Dann alles zusammenbauen - was für eine Fummelei! Teile, die nicht bleiben sollen, wo sie hingehören; M1,2-Schrauben (!), winzigste Federn ... egal, sowas bin ich ja gewohnt.

Uuuuund Probefahrt!
Treffen der Generationen.

Die klassische Kombi aus VT+VS 772 + 972.


Halt am Dorfbahnhof.
;Ich hoffe, Euch hat dieser etwas exotische Umbau gefallen! Ich zumindest bin sehr zufrieden und erfreue mich an der schnuckigen Zuggarnitur.
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